Vertikale Ensemblierformel

Ensemblieren heißt bei Körner, nach dem intensiven zergliedernden Lesen die neu gewonnenen Satzteile im richtigen Verhältnis wieder zusammenzusetzen.

Körner unterscheidet nach horizontalem und vertikalem Ensemblieren.

Für das vertikale Ensemblieren findet er die Formel : a-f-t-org-ord-r/sv oder bwz:
act fact organisation ordnung resultat SV Seinssachverhalt oder BWZ Bewußtseinszustand

Diese Formel gibt das Verhältnis von einer Karte zu einer oder mehreren anderen Karten an.

Act (als ein Raumpunkt) ist das Elementarteilchen des Ensemblierens, mit fact wird das Verhältnis mehrerer acts zueinander beschrieben, eine Tendenzform. Die Tendenz organisiert mehrere Fakten zueinander, letztlich wird eine Ordnung geschaffen.

„Praktische“ Beispiele für die Anwendung der Formel bringt Körner selbst im Fragment vom Buch Vierter Kasten, wo er seine Lesenotizen zu Shakespeares Richard III notiert hat, z.B. auf Karteikarte 0940:

Weitere Ensemblierbeispiele findet man hier.

Horizontale Ensemblierformel

Körner beschreibt seine systematische Vorgehensweise beim Lesen, daher hat er auch eine mathematisch anmutende Formel dafür gefunden:

s-p-o-th/pr -r/bwz.

Beispiel:
ich lege von dem Ding eine Karteikarte an: – ich –Subjekt, anlegen-Prädikat, Ding – Objekt, denke nach – th Theorie, verhalte mich – pr Praxis, das Ding und ich verändern sich – r Resultat ist ein bwz Bewußtseinszustand.

Die horizontale Ensemblierformel gibt auf einer Karteikarte die Struktur für die Dinge an. Die vertikale Ensemblierformel stellt dann Beziehungen zwischen den Karten her bzw. den Dingen.

Diese Formel nennt Körner in anderem Zusammenhang auch Handgriffmuster –> Handgriff.

Dagegen gibt es die vertikale Ensemblierformel.

Was dann für Thomas Körner aus diesen beiden Formeln folgt, kann der Leser hier verfolgen:

Diese Karteikarte kann man hier im Roman finden.

 

Ironische Betrachtungen 1

Thomas Körner spielt mit der Sprache. Als seine ironische Stimme lässt er den barbarocken Kabarettisten zu Wort kommen.

Diese leise Ironie, die sich im neugeschöpften Wort „Feudalsozialismus“ andeutet, lässt den Leser aufhorchen. Sie setzt sich fort bis in die Spitze des Palastes (der Republik).

Dieses Sprachspiel ist nicht das einzige, was uns schmunzeln lässt. Schauen Sie selbst hier nach weiteren, z.B. was ein Kulturfunktionär ist, wer im Palast der Republik welche Hosen an hat oder was ein Emblemat ist.

Tipp: Die Nr. 113 in der ersten Zeile ist die Karteikarte Nr. 113. Finden Sie sie vom Emblemat ausgehend.