Wortspiele I: Verhältnis von Kapitalismus zu Sozialismus

Thomas Körner liebt das Spiel mit dem nur kleinen Austausch von Worten mit großer semantischer Veränderung, z.B. der Unterschied von Kapitalismus und Sozialismus.

Oder was hat die Ökonomie des Politischen mit dem politökonomischen Ansatz zu tun? Thomas Körner wortspielt es für uns.

Zum Wortspiel Kapitalismus & Sozialismus

Zum Wortspiel Politökonomie vs. Ökonomie des Politischen

Oder kennen Sie schon den Begriff der Demokritik? Hier wird er erklärt!

Robustes Mandat für den Leser – der Auftrag des Schriftstellers

Thomas Körner bietet uns einen Roman an zum Lesen am Bildschirm. Damit fallen viele Hinweise, wie wir sie vom Buch kennen, weg.

Z.B. gibt es keinen Klappentext, weil es keine Buchklappe gibt.

Gibt es so etwas wie ein Vorwort? Wenn man den Online-Roman von acta litterarum aus aufruft, kommt man zum schwarz gerahmten Bilder-Rahmen, in dem man die paradiesische Gartenanlage, von Thomas Körner handgemalt, erkennt. Klickt man darauf, kommt man als nächstes zu einer Seite, die man im Buch Haupt-Titelblatt nennen würde: im oberen Teil wird der Herausgeber aufgeführt und weitere drucktechnische Hinweise gegeben. Im unteren Teil kann man  drei einzeilige Sentenzen/Hinweise lesen, darunter der Ausdruck:
Robustes Mandat für den Leser

Klicken Sie mal darauf und schauen Sie sich den Auftrag an, den der Schriftsteller Ihnen als Leser gibt.

Hier gelangen Sie direkt zu der Seite mit dem „Robusten Mandat für den Leser“ und klicken Sie diesen Begriff an. (Weiterer Hinweis:  Thomas Körner hat ein Jura-Studium absolviert und hat diesen Begriff sicher ganz bewusst ausgewählt. »Robustes Mandat« hat übrigens in der UN-Charta eine ganz bestimmte Bedeutung.

 

Fragment vom Buch II – Versuch eines Deep Reading

Das Fragment vom Buch ist ein Teil des Online-Romans von Thomas Körner, das er als »System einer Lebensweise in fünf Karteikästen« bezeichnet. Dieses System sollte man sich genauer anschauen, indem man sich die einzelnen Karteikästen aufruft:

Der Erste Kasten beinhaltet »Das Karteiprogramm« und gibt Auskunft über den schreibenden Arbeiter, bzw. Körner beschreibt es als sein Arbeitsbuch.

Der Zweite Kasten heißt »Der Karteibeitrag« und enthält als eine Art Wörterbuch Worte aus dem DDR-Alltag, Ausdrücke von anderen Schriftstellern, die ambivalent und mehrdeutig sind, aber oft auch so wirken, als seine sie von Thomas Körner selbst erfunden. Wissen Sie z.B., was ein Ideenbordell ist? Schlagen Sie es nach bei Körner, unter i.

Der Dritte Kasten spricht über »Das Karteimitglied« oder das Ich als subjektives Objekt – oder doch vielleicht als objektives Subjekt? Was wäre der Unterschied?  Das lässt sich nur klären, indem man sich in den Karteikasten vertieft. (1488 Karteikarten erwarten uns!)

Im Vierten Kasten lesen wir von »der Karteiführung«. Auf über 1.400 Seiten hat Körner seine Lesenotizen und Zitathinweise auf andere Schriftsteller zusammengestellt, in der Form einer, fast kann man sagen formularmäßig-geführten Ordnung. Er hat eine eigene Systematik entwickelt, wie die Lesenotizen geordnet werden. Diese zu kennen, erleichtert dem Leser des Online-Romans, Zitate widerzufinden.

Im letzten Karteikasten, Fünfter Kasten genannt oder auch »Der Karteitag« – In Gesellschaft herrschender Verhältnisse – lesen wir in einer Art Tagebuch von Thomas Körners Alltag oder von seinen Reisen (nach seiner Flucht aus der DDR). Diese Aufzeichnungen gehen bis ins Jahr 2005. (Der Kasten endet mit der Seite Nummer 1463!)

Oder ersetzen wir das K in den Titeln mal mit einem P: Parteitag, Parteiprogramm etc. Dann eröffnen sich wieder neue Welten. Insgesamt haben wir durchaus ein Leben vor uns – ist es das von Thomas Körner, vom kommentarlosen Realisten oder vom barbarocken Kabarettisten?

Wir finden es heraus!