Manuskriptmodell Dossier

Das Manuskriptmodell DOSSIER dient der Anleitung zum Spielen des Lesespiels vom Staatsbesuch. Körner hat dazu aus der Berichterstattung zum Statsbesuch von Fidel Castro im Juni 1972 eine Geschichte um den cumbanischen Prinzen Tandi „gestrickt“, und dazu noch phantasievoll und hintergründig die Gespräche der Geheimdienste  eingebaut.

Die verschiedenen Aufklapprichtungen des Leporellos verkörpern die Geheimdienste, wie Körner im Manuskriptmodell ausführt:

Im Manuskriptmodell schreibt Körner dazu:

Der Schriftsteller hat für das virtuelle Lesespiel die Texte und Bilder aus der Tageszeitung Neues Deutschland genommen und verfremdet.

Thomas Körner schneidet die sich umarmenden Staatsmänner (links Castro und rechts Honecker) aus einem Bild im Neuen Deutschland vom 14.06.1972 ohne Köpfe aus und verwendet sie in seinem Lesespiel als Hintergrundbild am 1. Tag.

Das (fiktive und eher ironisch zu verstehende) Gespräch der Geheimdienste kann man mit Betätigen der Omega-Taste (rechts neben den Pfeil-Tasten) erreichen:

Hier kann man direkt weiterspielen im Lesespiel vom Staatsbesuch

 

Fundstücke im Archiv-1-Neue Zeit

Das Manuskript zu Thomas Körners Fragmentroman „Das Land aller Übel“ liegt im „Archiv für unterdrückte Literatur der DDR“ der Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin.

Ein Besuch des Archivs lohnt sich. Immer wieder findet man neue Hinweise auf Zusammenhänge, die das Verständnis von Körners Wort- und Sprachspielen erleichtern.

Im Fragment vom Wort, das zwischen 1969 und 1971 in Ost-Berlin entstanden ist, hat Körner nach eigenen Angaben das Sprach- und Wort-Material benutzt, das er auf der Straße vorfand bzw. sah oder das er den Tageszeitungen entnehmen konnte.

Als Beispiel sei hier die Silhouette der Zeitung „Neue Zeit“ genannt, die er erst als Skizze aufbereitete:

Diese Skizze ist im Archiv hinterlegt.

Als nächstes hat er das Modell dazu „gebaut“: Auch dieses ist im Archiv zu besichtigen.

Und im Online-Roman sieht das Wortspiel dann so aus: hier geht es zum Fragment vom Wort / 1:

Wortspiele I: Verhältnis von Kapitalismus zu Sozialismus

Thomas Körner liebt das Spiel mit dem nur kleinen Austausch von Worten mit großer semantischer Veränderung, z.B. der Unterschied von Kapitalismus und Sozialismus.

Oder was hat die Ökonomie des Politischen mit dem politökonomischen Ansatz zu tun? Thomas Körner wortspielt es für uns.

Zum Wortspiel Kapitalismus & Sozialismus

Zum Wortspiel Politökonomie vs. Ökonomie des Politischen

Oder kennen Sie schon den Begriff der Demokritik? Hier wird er erklärt!

Robustes Mandat für den Leser – der Auftrag des Schriftstellers

Thomas Körner bietet uns einen Roman an zum Lesen am Bildschirm. Damit fallen viele Hinweise, wie wir sie vom Buch kennen, weg.

Z.B. gibt es keinen Klappentext, weil es keine Buchklappe gibt.

Gibt es so etwas wie ein Vorwort? Wenn man den Online-Roman von acta litterarum aus aufruft, kommt man zum schwarz gerahmten Bilder-Rahmen, in dem man die paradiesische Gartenanlage, von Thomas Körner handgemalt, erkennt. Klickt man darauf, kommt man als nächstes zu einer Seite, die man im Buch Haupt-Titelblatt nennen würde: im oberen Teil wird der Herausgeber aufgeführt und weitere drucktechnische Hinweise gegeben. Im unteren Teil kann man  drei einzeilige Sentenzen/Hinweise lesen, darunter der Ausdruck:
Robustes Mandat für den Leser

Klicken Sie mal darauf und schauen Sie sich den Auftrag an, den der Schriftsteller Ihnen als Leser gibt.

Hier gelangen Sie direkt zu der Seite mit dem „Robusten Mandat für den Leser“ und klicken Sie diesen Begriff an. (Weiterer Hinweis:  Thomas Körner hat ein Jura-Studium absolviert und hat diesen Begriff sicher ganz bewusst ausgewählt. »Robustes Mandat« hat übrigens in der UN-Charta eine ganz bestimmte Bedeutung.