Auszug aus neuen Veröffentlichungen von Thomas Körner: D.I.A.M.A.T.I.E.N. und D.O.G.M.A.T.I.E.N.

D.I.A.M.A.T.I.E.N. ist eine ideologische provinz bewohnt
von den diamaten das sind die gegensätzler oder
widersprüchler sie sprechen diamatisch in
widersprüchen und gegenteilen das diamatisieren
oder sich ständige selbstwiedersprechen ist ihre
profession der diamatinismus ihr glaubensbekenntnis
sie sind überzeugte diamatinisten und bis auf die
knochen diamatinistisch

Thomas Körner findet eine lange Liste der Gegensätze, mit welchem die Diamaten

in unlösbarem Widerstreit liegen, nachzulesen online im Jahrbuch für europäische Prozesse „iablis“ unter Gleichnis oder Vergleich von Thomas Körner.

Auch D.O.G.M.A.T.I.E.N. heißt das Land, nach Körner
„das reich der dogmatiner
disneyland der ideologie“
das Paradiesprojekt als Funzentraum.

Weiter auf S. 10 seines Gleichnisses schreibt Körner dazu:

D.O.G.M.A.T.I.E.N. ist das ideologische utopia
eines real nicht existierenden idealsozialismus
dogmatien ist ein totalisierendes system
vereinheitlichender logik mit eigenen
bewegungsgesetzen statt der differenzierung
und fragmentierung unterliegt es einem
permanenten prozess der einhegung

am ehesten läßt sich das äußere erscheinungsbild
dogmatiens mit einer kleingartenanlage vergleichen
zu deren wohlüberwachter abgeschirmtheit nur
einer begrenzten anzahl ausgewählter anwärter
und eingetragener mitglieder der zutritt und der
aufenthalt erlaubt ist …

überall waltet ein peinlicher ordnungssinn …
privatheit gilt als verpönt vereinte geselligkeit geht über alles

Den gesamten Vergleich bzw. das vollständige Gleichnis ist nachzulesen im Jahrbuch für politische Prozesse iablis unter Gleichnis oder Vergleich von Thomas Körner




Neologismen haufenweise

Bewußtseinszustände 1977

Januar Jammrig
Februar Wetterkrank
März Tagblind
April Ekelsinnig
Mai Taumelbewegt
Juni Schmerzsüchtig
Juli Weißweinend
August Arbeits-los (Entarbeitet)
September Saufwild
Oktober Bettlagernd
November Schwach-innig
Dezember Sprach + Wort-Kahl (Lustlaub)






Wege zum Ausreiseantrag Teil 2

23. November 1978

Wege
Geh Wagt

Soweit haben sie dich Daß du mit offenem Mantel und wehendem Schal die Linden entlang rennst Am Außenministerium vorbei Durch die Breite Straße Über die Mühlendammbrücke Zum Molkenmarkt Weil es Fünfzehn Uhr durch ist Und Halb die Reiseabteilung schließt Zehn Mark kostet die Ausstellung des DeutscheDemokratischeRepublikReisepasses KunstlederBlau Ums goldige Wappen Fünf Mark Das VISUM Nr. 07 Gültig zur ein – mehr – maligen AUSREISE nach der BRD für – 5 – Tage Über die Grenzübergangsstelle Friedrichstr./Probstzella Bis 30. November 1978/a Ausgestellt am 23.11.1978 Ministerium des Innern Hauptabteilung Paß – u. Meldewesen

Hier Ihr Dokument Gute Reise Auf Wiedersehen Raus !

Und auf der Mühlendammbrücke Im Geregne Stehts ddrrrallein Strahlt wie eine Gaslaterne Und das Wintermärchen Ist aus

Nachzulesen unter Fragment vom Buch Fünfter Kasten (0454)

Wege zum Ausreiseantrag in der DDR

Körner beschreibt seine Bemühungen, zur Premiere seiner Oper „Leonce und Lena“ im Westen eine Ausreisegenehmigung zu bekommen:

26. Okt. 1978

Wege
Länger als die ganze Reise
Im KuhMistMiniKultMysterium (gemeint ist KulturMinisterium?)

Erstens Nichts mit Zur Premiere
Zweitens Ach Sie waren noch nie draußen
Drittens Da brauchen Sie erstmal einen Pass
Viertens Fahren Sie eben später Nicht
Fünftens Aber nur fünf Tage Ja
Sechstens Also sechs Wochen Für den Antrag schon
Siebtens Und dabei so nett Alle


Achtens Fehlte bescheinigt Daß ich bürolich Bedenkenlos und Freistellbar
Neuntens War der Schlips Auf dem Lichtgebilde Nicht genug ersichtlich
Neinsowas Schon Zehntens Denke ich mir Hier kommt selbst ein König
Eher zum Pferd Als zum Ausreiten
Mag eigentlich schon mal jemand zu Pferde abgehauen sein Vonwegen Rosstrappe Und dann mit einem so dynamitischenWuppDich übers Minenstreiflein

Das Ganze nachlesbar unter Fragment vom Buch Fünfter Kasten (0432a) und (0432b)